Der formlose Gott

Trügerisch sind die Kräfte des Yoga. Viele, die den Weg des Yoga beschritten, durchstießen die sechs niederen Zentren des Körpers und stiegen weit hinauf in die Regionen des unsichtbaren Wesens, das Macht verleiht über Menschen, Tiere und Elemente. Wundertätige Kräfte erreichten sie alle. Wer aber von ihnen erreichte den formlosen Gott?

Wozu die Formen des Körpers verändern, wozu in die Zukunft sich versetzen oder Vergangenes wieder heraufbeschwören? Was hilft dies, wenn die Einheit mit dem formlosen Gott jenseits der Form und der Zeit und des Ortes liegt. Wie Sand und Geröll am Ufer des Ganges sind diese Kräfte. Der heilige Fluss weiss nichts von ihnen. Er kennt nur die Sehnsucht nach der Unendlichkeit des Meeres. Ohne Wasser vermag ich zu leben. Nicht ohne Gott. Ohne die Kräfte des Yoga schuf mich der formlose Gott. Also will ich leben und sterben, wie er mich formte. Mich kümmert weder die Form meines Körpers noch die Bedürfnisse. Was der formlose Gott will, soll Geschehen.

Wunschlos verharrte Sat-Chit-Ananda in reiner Freude. Da erkannte Balaya die drei göttlichen Qualitäten seines wahren Wesens:

Sat, die göttliche Wahrheit.

Chit, das göttliche Bewusstsein.

Ananda, die göttliche Freude.

aus Shri Janadeva